Inger wurde erstmals im Jahre 1025 in einer Urkunde des Erzbischof Anno II. in Köln genannt. Beachtliche 975 Jahre wurschteln, werkeln und ackern also schon Menschen auf diesem Stück Erde.

Der Ort hat seine große Bedeutung als Bauerndorf und als Verwaltungssitz der ehemaligen Gemeinde Inger heute verloren.

Schauen wir jedoch zurück in die Zeit um 1900, so stellen wir fest, dass Inger nach Altenrath (ca. 570 Einwohner) und Lohmar (ca. 500 Einwohner) mit ca 220 Einwohnern der drittgrößte Ort in der Bürgermeisterei Lohmar war. Das erklärt auch den hohen Anteil an alter Bausubstanz, der bis heute erhalten blieb. Die vielen, meist gut gepflegten und restaurierten Fachwerkhäuser sind charakteristisch für Inger.

Als äußerst gelungen kann die Restaurierung eines alten Fachwerk-Ensembles im Oberdorf, bestehend aus Scheune, Wohnhaus und Stall, angesehen werden. In der ehemaligen Scheune befindet sich heute die urgemütliche Gaststätte “Zum Scheuel”  - wahrscheinlich die erste Gaststätte, die Inger seit seiner Gründung hat.

 

Viele weitere Beispiele gut erhaltener Fachwerkgebäude kann man bei einem Spaziergang durch Inger entdecken.
Linkes Bild: Schuppen am Haus von Hildegard Gschwind
Rechtes Bild: Wohnhaus mit Stall von Hildegard und Josef Bay

Inger, das Bauerndorf? Das war einmal. Es gibt zwar noch viele ehemalige bäuerliche Anwesen, richtig bewirtschaftet wird aber nur noch ein landwirtschaftlicher Betrieb - das Haus Freiheit.
Es ist noch nicht lange her - im Jahre 1970 verdienten noch 5 Familien ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit der Landwirtschaft, bei 2 weiteren Familien ackerte der Vater im Nebenerwerb.

Eine zeitweise sehr aktive Dorfgemeinschaft konnte für Inger mehrmals beachtliche Preise beim Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” holen.

Die beiden Bushaltestellen in Original-Fachwerkbauweise an der K13 wurden 1984 und 1988 von der Dorfgemeinschaft in Eigenregie gebaut. Leider werden sie in letzter Zeit immer wieder durch die in Mode gekommenen Schmierereien hirnloser ”Künstler” verunstaltet.

Der Aufbau der Original-Fachwerkkonstruktion hat viel Spaß gemacht. Kein Wunder - hatten wir doch mit Anton Buchholz einen Zimmermann dabei, der in seinem Berufsleben schon viele Fachwerkhäuser gebaut hat.
Linkes Bild: Gerd Albus, Karl-Heinz Höndgesberg, Anton Buchholz, Josef Bay
Rechtes Bild: Johannes Herrmann beim Anbringen der Dachbretter

Inger